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Musterhaus – Erläuterung

Theodor Henzler, Dipl. Ing. Architekt BDA
Mitterkreith 2, 93176 Beratzhausen, T:o9493 1530

Das Erste, was den meisten Betrachtern auffällt, ist die Eigenschaft, dass es sich nicht um ein freistehendes sondern um ein Innengarteneinfamilienhaus handelt. Da taucht dann schnell der Begriff Reihenhaus auf. Diesem Vergleich widersprechen wir heftig, da die wesentlichen Eigenschaften des Innengartenhauses sich grundsätzlich von denen des Reihenhauses unterscheiden. Denn hier gibt es im Gegensatz zum Reihenhaus einen einsichtsgeschützten Innengarten als Wohnzimmer im Freien mit Nebengebäuden. Dann wird das Haus individuell für jeden Bauherrn nach Größe, Gestaltung und Grundriss entworfen. Schließlich liegt auch darin ein Unterschied, dass das Haus teilbar und erweiterbar ist und sich so bestens für die wechselnden Familiensituationen eignet.

Auch zum freistehenden Einfamilienhaus gibt es grundsätzliche Unterschiede. Hier ist auch wieder der einsichtgeschützte Innengarten zu nennen. Das freistehende Einfamilienhaus gerät im Rahmen des flächen- und kostensparenden Bauens zu einer etwas merkwürdigen Form, in dem rings um das haus nur eine nicht nutzbare Abstandsfläche übrig bleibt und dass der Garten von allen Seiten von den nachbarn eingesehen werden kann. Wenn sich ein Bauherr durch Bepflanzung ein wenig davor schützen möchte, dann schränkt es die Besonnung des Hauses massiv ein.

Das Innengarteneinfamilienhaus ist nur in einer Ökosiedlung des Typs „Landschaftssiedlung“ realisierbar, da eine ganz bestimmte Art von Bebauungsplan dafür die Voraussetzung darstellt. Es gibt noch viele weitere bemerkenswerte Vorteile. Hochwärmeisoliert zu bauen, behauptet heute jeder, weil das ohnehin der Staat verlangt. Hier wird klar gesagt, dass die Wärmeisolierung 45% besser als der geforderte Wert konzipiert ist. Mit weiteren Kriterien wie Nahwärmeversorgung nach ökologischen Grundsätzen erhält man die Qualität „KfW-40-Haus“, was mit der Definition „Passivhaus“ vergleichbar ist.

Ökologisch und wohngesund zu bauen gilt als besonders teuer. Das wird mit diesem Musterhaus mittleren baubiologische Standards widerlegt. Gegenüber einem freistehenden Einfamilienhaus gleicher Größe in Bamberg und Umgebung kommt das Innengarteneinfamilienhaus trotz der höheren Wohnqualität bei den Gesamtkosten um 100 000.- bis 200 000.-€ billiger. Gegenüber dem Reihenhaus muss man konkret vergleichen, auch hier kann das Innengarteneinfamilienhaus deutlich günstiger liegen, wenn das Siedlungsentwicklungskonzept dies ermöglicht. Dabei ist zusätzlich die höhere Wohn- und Gebrauchsqualität gegeben.

Zur oben erwähnten Teilbarkeit und Erweiterbarkeit des Hauses ist zu sagen, dass sich schnell die Familiensituation ändern kann. Dann ist man froh, noch eine Ausbaureserve zu haben und vor allem das Haus ohne große Umstellungen in zwei getrennte Wohnungen teilen zu können. Besonders im Alter kann es interessant sein, nur noch das Erdgeschoss zu benützen und das Obergeschoss zu vermieten, ohne dass sich die Parteien oder Generationen gegenseitig stören. Das Vorhandensein von zwei Wohnungen im Haus kann auch bei der Finanzierung eine Rolle spielen (KfW-Kredit). Der Hausgrundriss ist auf den Garten ausgerichtet in der Weise, dass das Wohnen und Essen im Sommer weitgehend im Garten stattfindet. Dazu muss es eine direkte Verbindung der Küche zum Garten geben. Außerdem erweitert ein überdeckter Sitzplatz die Möglichkeit des Aufenthalts im Freien erheblich. Durch gestrichelte Linie ist angegeben, wo günstigerweise solche Nebenbauten stehen könnten.

Die eingezeichnete Pergola auf der Südseite des Hauses stellt einen Vorschlag im Rahmen der Sichtschutzmöglichkeiten dar. Die Einfriedung zum Nachbarn darf 1,8 m hoch sein. Die Einfriedung zum öffentlichen Raum kann trotz Einsichtsschutz niedriger sein, wenn, wie hier eingezeichnet, das Gartenniveau gegenüber der Außenfläche angehoben wird. Die wenigsten Zeitgenossen können sich die Wohnwirkung eines Innengartens vorstellen. Deshalb ist zu empfehlen, sich ein gebautes Innengarteneinfamilienhauses einmal anzusehen.

Berechnungen ökosoziale Siedlung „Eichhornhof“ Musterhaus
Wohnfläche nach DIN

Wohnzimmer EG 25,7 qm
Zimmer EG 12,2 qm
Küche 9,1 qm
Bad 4,8 qm
Flur 4,5 qm
Garderobeschrank 0,4 qm
Erdgeschoss 56,7 qm
  • Zimmer Obergeschoss
  • 15,9 qm
  • Zimmer OG
  • 15 qm
  • Zimmer OG
  • 11,3 qm
    Bad OG 6,6qm
    Flur OG 5,5 qm
    Obergeschoss 54,3 qm
    Gesamt 111,0 qm


    Ausbaufähiger Spitzboden
    Studio 16,6 qm
    Nebenraum 2,9 qm
    Gesamt 19,5 qm

    Umbauter Raum nach cbm
    Die nicht ausgebauten Raumteile sind voll mitgerechnet
    Höhe:
    Fundament bis Schnittpunkt Wand-Dach 7,25 cbm
    Dachhöhe von Schnittpunkt 4,85 cbm
    HalbeDachhöhe 2,43 cbm
    Rechnerische Höhe 8,68 cbm
    Länge x Breite x Höhe
    7,99 x 9,74 x 9,68 = 753,30 cbm
    Erdgeschoss

    Baubeschreibung

    KFW 40 Energiesparhaus in der Ökosozialen Siedlung „Eichhornhof“ in Bamberg Gautadt als Innengarteneinfamilienhaus

    Bei dem vorliegenden Kostenmodell handelt es sich um ein KFW 40 Haus nach den Kriterien der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW). Dies ist die Voraussetzung dafür, dass zinsgünstige Darlehen gewährt werden (3,14% eff, Stand 14. 01.04). Der spezifische Transmissionswärmeverlust um die wärmeübertragende Umfassungsfläche (HF´) ist bei dieser Gebäudeart um ca 45% besser als der geforderte Wert der gültigen Verordnung. Es ist zu beachten, dass die Förderbedingungen im vorliegenden Fall nur im Zusammenhang mit dem Anschluss an das vorhandene ökologische Wärmeversorgungsnetz im Baugebiet gültig ist.

    Das Kostenmodell enthält den schlüsselfertigen Bau gemäß Baubeschreibung. Nicht enthalten ist das baureife vermessene Grundstück und die Grundstücksnebenkosten sowie den genehmigten Bauplan, die Entwässerungs- und Versorgungspläne, die Statik und die Wärmeschutzberechnungen. Weiterhin nicht enthalten sind die Außenanlagen nach der Rohplanie. Anschlüsse für Strom, Wasser, Kanal, Telefon und Heizung erfordern keine Erdarbeiten, da sie direkt aus dem anschließenden Nachbarhaus kommen. Mit Ausnahme der Warmwasser-Heizungs-Übergabestation sind alle haustechnischen Arbeiten im Kostenmodell enthalten.

    Im Plan sind spätere Ausbaumöglichkeiten dargestellt, die in diesem Kostenmodell nicht kalkuliert sind. Das sind der fehlende Ausbau des Spitzbodens, die eingesparten Maßnahmen zur Teilung des Enfamilienhauses in zwei Wohnungen wie z. B. die Wohnungstüren, die Sparversion des unteren Bades mit nur WC und Waschbecken und der zurückgestellte Ausbau des Kellers (Rohbetontreppe, rohe Bodenplatte, kein Putz, keine Türen keine El-Installation. Die Installationsanschlüsse für einen späteren Ausbau, soweit sie verdeckt werden, sind im Preis enthalten.

    Die Kalkulation erfolgt unter der Annahme, dass 7 Häuser mit ähnlichen Grundrissen und gleicher Bauart in einem Zuge erstellt werden. Die Häuser können im Details verschieden sein. Sie werden getrennt abgerechnet. Die Kommunwände erhalten keine besondere Wärmeisolierung. Die einzelnen Häuser sind durch eine Dämmplatte getrennt

    Rohbauarbeiten

    Erdarbeiten:

    Abtragen des Humus von der Grundstücksfläche, seitlich lagern und später Rohplanie herstellen. Kalleraushub (ca 1,9 m) kann seitlich endgelagert werden, soweit er nicht für die Anhebung des Grundstücksniveaus benötigt wird. Einlegen einer Drainageleitung und Hinterfüllen des Arbeitraumes mit durchlässigem Material.

    Entwässerungsarbeiten

    Die Entwässerung erfolgt getrennt nach Schmutz- und Regenwasser. Die Leitungen laufen sichtbar an den Kellerwänden von Kommunwand zu Kommunwand

    Gründung

    Gründung nach Statik mit Bodenplatte. Unter der Bodenplatte wird eine 10 cm dicke kapilarbrechende Schicht mit PE-Folie eingebaut. Ein Fundamenterder nach VDE-Vorschrift.

    Mauerwerk Keller

    Das Kellermauerwerk auf der Nord- und Südseite ist aus porosierten Hohlochziegeln 36,5 cm oder Kalksandstein mit Strodurisolierung herzustellen. Im Spritzwasser- und Humusbereich wasserfest zu verputzen und ganzflächig mit Zweikomponenten Bitumenbeschichtung zu versehen. Alternativen zum Kelleraußenmauerwerk in Passivhausqualität bitte auf gesondertem Blatt anbieten.

    Mauerwerk im Erdgeschoss

    Das Mauerwerk der Nord- und Südwand besteht aus Mauerwerk in Passivhausqualität z. B. Mauerwerk mit Mineralschaumplatte. Das übrige Mauerwerk aus Hochlochziegel oder Kalksandstein

    Decken

    Die Keller- und Erdgeschossdecke wird mit Stahlbeton hergestellt. Die Decke zum Spitzboden ist aus Holz. Ziegeldecke mit Gitterträgern bitte auf gesondertem Blatt anbieten

    Zimmererarbeit

    Der Pfettendachstuhl wir nach Statik zimmermannsmäßig mit Nadelhoz Güteklasse 2 hergestellt.

    Dachdeckerarbeiten

    Die Dacheindeckung erfolgt auf Konterlattung und Lattung mit Ziegelflachpfannen z. B. Walter Langenzenn Tegula naturrot. Das Dach besitzt eine diffussionsoffene 3 cm starke Weichfaserunterdachplatte mit Konterlattung. Hinterlüftung unten mit Kupfergitter, oben mit Lüftungsfirstziegel.

    Spenglerarbeiten

    Spenglerarbeiten werden in Kupfer ausgeführt.

    Ausbauarbeiten

    Putzarbeiten

    Alle gemauerten Wände (außer Keller) erhalten einen verriebenen Fertigputz nach Werksvorschrift. Der Außenputz wird ebenfalls mit Fertigmörtel nach Werksvorschrift mit Kelle oder Traufel hergestellt.

    Trockenbauarbeiten

    Nichttragende Innenwände können in Trockenbauweise erstellt werden. Die Sparren werden gemäß Wärmeberechnung mit Mineralwolle 26 cm isoliert (20 cm zwischen Sparren, 6 cm unter Sparren). Innenseitig ist eine armierte Dampfbrempappe luftdicht anzuordnen. Die raumseitige Verkleidung erfolgt mit Gipskarton oder Holzbrettern.

    Fliesenarbeiten

    Im Bad des Erdgeschosses werden nur 2 qm gefliest. Im Obergeschoss wird 2m hoch bzw bis zur Dachschräge gefliest. Bodenfliesen entsprechen den Wandfliesen. Die Küche erhält einen 60cm hohen Wandspiegel. Der Eingang wird ebenso mit Bodenfliesen und Sockel belegt. Die Verfugung erfolgt in weiß. Fliesenauswahl erfolgt nach aufliegender Fliesenkollektion.

    Treppenbauarbeiten

    Kellertreppe Beton roh zum späteren Belegen mit Fliesen. Die Treppe zum OG kann in Holz oder Beton mit Platten belegt hergestellt werden Die Treppe zum oberen Dachgeschoss ist in Weichholz ausgeführt An der Außenseite der Wendelung wird ein Handlauf aus Holz an der Wand befestigt.

    Estricharbeiten

    Alle Räume des Erd- und Obergeschosses erhalten einen Zementestrich auf Dämmplatten gemäß Wärmeschutzberechnung und Trittschallanforderungen nach DIN

    Bodenarbeiten

    Die Schlafräume erhalten Teppichböden, die Küche Fliesen, sonstige Erdgeschossräume Buchendreischichtdielen.

    Schreinerarbeiten

    Fenster werden aus Fichte endbehandelt mit Wärmeschutzglas und verdeckten Einhabdbeschlägen hergestellt. Haustüre in massivem Hartholz, klarem Wärrmeschutzglas, Drücker und Sicherheitsschloss. Spezielle Fenster für Passivhausqualität auf gesondertem Blatt anbieten.

    Fensterbänke

    Innenfensterbänke bestehen aus 3cm Jura, Außenfensterbänke aus beschichtetem Alu.

    Malerarbeiten

    Wände und Decken werden Hell gestrichen. Holz wird im Naturton behandelt. Es werden baubiologische Farben verwendet.

    Haustechnik

    Heizung und Warmwasserbereitung (Ab Anschluss vorhandene Fernwärmestation)

    In den Wohnräumen Kompaktheizkörper, durch Thermostat regelbar. Standorte der Heizkörper frei wählbar.

    Lüftung - Wärmerückgewinnung

    Eine zentrale oder dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung zur Erreichung des Passivhausstandards wir auf genondertem Blatt erbeten.

    Sanitätinstallation

    Abwasserleitungen aus PVC, Kalt- und Warmwasserleitungen in Kupfer, Sanitärgegenstände aus Keramik weiß, Wanne aus emailliertem Stahlblech, Waschtische mit Einhebelbatterien.

    Bad oben: Körperformwanne 175/75, 1 Porzellanwaschtisch 60cm,1 Wassertiefspülkloset, Anschluss für Waschmaschine

    Bad unten: 1 Wassertiefspülkloset, 1 Porzellanwaschtisch 50cm, Anschluss für Wasch maschine und Badewanne

    Küche: Anschlüsse für Spüle und Spülmaschine

    Kleines Zimmer oben: Anschlüsse für Spüle und Spülmaschine

    Elektroinstallation

    Erd- und Obergeschoss: Elektroinstallation unter Putz meist in der Nähe der Innentüren, einfacher Standard mit weisen Schaltern, Steckdosen und Lichtbrennstellen ohne Beleuchtungskörper

    Garage ist nicht enthalten

    Sonstiges

    Abweichungen von den Plänen und der Baubeschreibung aus technischen, konstruktiven, statischen oder architektonischen Gründen, die keine entscheidende Gebrauchsminderung bedeuten, bleiben vorbehalten. Maße für Einrichtungsgegenstände sind grundsätzlich am Bau nach Fertigstellung zunehmen.

    Soweit zusätzliche bauliche Maßnahmen bzw. Mehrarbeiten oder Abweichung sich als notwendig erweisen oder vom Bauherrn gewünscht werden, sind diese zusätzlich vom Käufer zu vergüten. Sonderwünsche sind rechtzeitig in Auftrag zu geben.

    Für das Baugebiet gilt zusätzlich eine „Privatrechtliche Satzung“. Die Siedlergemeinschaft überprüft und betreut zusammen mit dem Projektleiter die Einhaltung der relevanten Aspekte. Die Qualität dieser besonderen Bebauung sichern insbesondere z. B.:

    Verbilligungen können durch vereinbarte Eigenleistungen des Bauhernn entstehen

    Teilzahlungen

    Es gibt einen 13-stufigen Teilzahlungsplan nach üblichen Leistungsabschnittem

    Das Kostenmodell enthält die komplette schlüsselfertige Übergabe des Baues nach den hier vorgelegten Plänen und der Baubeschreibung.

     

    Kostenschätzung Musterhaus der ökosozialen Siedlung Eichhornhof Bamberg

     

    Achtung:
    kein verbindliches Angebot sondern eine Schätzung, welche sich auf Firmenangebote stützt

     

    Hauskosten unter Beachtung der nicht ausgebauten Teile und ohne Energieerzeugung aber mit Keller: 196.- €/cbm
    Berechnung: 196.- € x 753,3 cbm = 147 647.-€
    Reine Baukosten
    ca   148 000.- €
    Grundstücksgröße: 176 qm
    Grundstückspreis einschl Grunderwerbsst.: 195.- €/qm
    Grundstückspreis: 34 320.-€
    ca      35 000.- €
    Energieerzeugung (Kostenanteil am Blockheizkraftwerk) ca       8 000.- €
    Garage Grund: 50 qm x 195.-€ = 9 750.- €
    Garage Bau: 6 250.-€
    Garage Summe
    ca     16 000.- €
    Nebenkosten Notar, Behörden, Ingenieure, Architekt ca     14 000.- €
    Anschlüsse ca       4 000.- €
    Gesamt ca 225 000.- €